
Erntefrisches Bio-Kokosöl von Dr. Goerg
Erfahrungsbericht von Irmi G.
Vorspann
Bis vor etwa einem Vierteljahr veredelte sich meine Küche mit einer größeren Anzahl hochwertiger Öle, wie natives Olivenöl, Bio Sonnenblumenöl und reines Distelöl. Ergänzt habe ich es durch Butaris, Irische Rollenbutter und französische Salzbutter (was ein Gourmet halt so braucht!) Damit ist jetzt Schluss! Ich habe die Fronten gewechselt! Bio virgin coconut oil heißt die fette Entdeckung des faulen Feinschmeckers. Zwischenzeitlich habe ich 3 verschiedene Quellen getestet, dieser Bericht handelt von der absoluten Spitzenklasse: Dr. Goergs Bio-Kokosöl.
Geschichte
Auch ich gehörte zu denen, die mit Kokosfett die Vorstellung von harten, geschmacklosen weißen Platten im Packpapier verbanden, bestenfalls als gutes Frittier fett geeignet. Weil ich jedoch nichts ausbacke, zählen die weißen Brocken zur Kindheitserinnerung. Da landeten “Kalte Hunde” auf der Kaffeetafel, ein unsägliches kuchenähnliches Etwas aus Butterkeksen, knisternden Zuckerkristallen und ebenjenem, alles erhärtenden Kokosfett, dem Mörtel dieser Kulturschande. Vergessen Sie jetzt bitte alles, was Sie bisher über Palmfett gedacht haben und machen Sie sich frei für ein neues Experiment mit jungfräulich hergestelltem Kokosnussöl. Natürlich erfolgt die Erzeugung nicht durch einschlägiger Erfahrungen noch unkundigen Maiden, es ist die Kokosnuss die sozusagen noch unberührt sein sollte. Was natürlich auch nicht stimmt, sie ist nur super frisch, im Vergleich zur Grundlage des üblichen Palmin oder Biskin.
Industrieware
Das wird nämlich aus getrockneten Kokosnüssen, der sogenannten Kopra gewonnen, deren größte Anbaugebiete übrigens Sri Lanka, Malaysia und Westafrika sind. Aber überall wo es warm und sandsträndig ist, kann eine Nuss, oft nach wochenlanger Reise im Salzwasser, zu keimen beginnen und sich zur stattlichen Palme aufschwingen. Wo es Kokospalmen gibt, folgt der Handel mit der begehrten Kopra. Oft liegen die geernteten und halbierten Kokosnüsse (die übrigens botanisch keine Nuss, sondern eine Steinfrucht sind) wochenlang in der Sonne zum Trocknen oder werden in Silos mit Rauch gedarrt, bis sie zur Verarbeitung kommen. Das harte trockene Fruchtfleisch muss dann unter Zugabe von Hitze und kraftvollen Pressen vom Fettanteil befreit werden. Auf diese Weise wird 60 % der getrockneten Nuss extrahiert. Dann muss es raffiniert werden, um Verunreinigungen und den seifigen Geschmack des oxidierten Fettes zu entfernen. (Die Indusriebezeichnung ist RBD Coconut Oil - refined, bleached, desodorized) Erst durch das Filtern und Bleichen wird es zu jenem geschmacklosen Block, der als Bratfett genießbar ist. In dieser Verfassung ist das gereinigte Fett auch ein hochbegehrter Artikel für die Industrie. Es ist sehr stabil, lange haltbar und lässt sich wundervoll in allen möglichen Lebensmitteln verarbeiten, das meiste in Margarine. Doch auch die Kosmetikindustrie begehrt nach dem fetten Weiß, es findet sich in vielfältigen Zubereitungen, in Seifen, Cremes und Lippenstiften, in Haarkuren und -Gels. Nicht zu vergessen, es ist der Trägerstoff im Fieberzäpfchen für die Kleinen….
Bio-Produkte
Sie verstehen jetzt, warum so eine herumgereichte, abgelegte und erhitzte Nuss nichts gemein hat mit einer jungfräulichen? Die brauchen wir aber, um eine Köstlichkeit zu erschaffen, die im asiatischen Raum höchste Wertschätzung genießt, bei uns aber noch kaum wahrgenommen worden ist. (Drum komm ich bei dooyoo in den Genuss des ersten Berichtes: ©blaustein bei dooyoo). Man nimmt eine junge und reife Nuss. Und hier scheiden sich nochmal die Geister zwischen landläufigem virgin coconut oil / VCO (s. späterer Bericht) und dem des Dr. Goergs. Für sein Bio-Kokosöl werden die Nüsse erst mal geschält, und geknackt. Dann liegt der innere Kern mit der festen braunen Schale in fleißigen Händen. Diese befreien nun in Handarbeit die Nuss, bis ein rein weißes Ei übrig bleibt. Jetzt erst wird sie aufgeschlagen, das Kokoswasser abgeschüttet. Das fette Fruchtfleisch wird zerkleinert und gepresst. Aus dieser Flüssigkeit setzt sich, wie Rahm auf der Milch, innerhalb etwa 12 - 24 Stunden das Kokosöl ab. Da wird nichts erhitzt, keine Chemie zugefügt und sorgfältig auf Hygiene geachtet. Dr. Goerg nimmt für sich in Anspruch, sozial und ökologisch verantwortlich vorzugehen. Seine Kokoslieferanten seien vertraglich abgesichert und damit Garanten für beste Ware aus natürlichem Anbau.
Produkt
Was dabei herauskommt unterscheidet sich von meinen vorherigen Käufen durch noch strahlenderes Weiß und einen betörenden Kokosduft. Wer den nicht liebt, sollte seine Finger davon lassen, ich aber fahre darauf ab, sowohl auf dieses küchenverzaubernde Odeur, als auch auf den sanften Gaumenkitzel nach Kokos, den ich an bestimmten Gerichten so liebe. Eigentlich wird nämlich das hoch erhitzbare Fett geschmacklos, man kann also jedes Steak damit ideal schock braten. Wenn es aber niedriger erwärmt wird, behält es seinen zarten Schmelz, und den suche ich, speziell bei der Zubereitung von Gemüsen. Das Kokosöl kommt Ihnen bei Temperaturen unter 25 Grad als eine feste bis streichfähige Masse entgegen. Falls Sie das (500 g) Glas im Kühlschrank haben, brechen Sie sich die benötigte Menge von etwa 1 Kaffeelöffel Fett mit dem Messer raus. Wenn Sie das Kokosfett als köstlichen Brotaufstrich verwenden wollen, sollten Sie es bei Zimmertemperatur lagern, dann ist es eine geniale Unterlage unter Honig, Schinken oder Fruchtmus und ergänzt ein Frühstück auf das feinste.
Gesundheit
Sie kitzeln mit diesem Genuss nicht nur ihre Zunge, sondern Sie tun richtig viel Gutes für Ihren Körper. Die Ayurvedische Medizin Indiens verehrt die Kokosnuss gar als heilige Pflanze, als Opfergabe gehört Kokosnussöl zwingend dazu. Nach alter Heiler-Tradition stärkt es Muskeln, das Herz, reinigt die Verdauung und hilft in schwerer Krankheit vielfältig. Nun bin ich kein Anhänger indischer Philosophie, aber die heilende und pflegende Wirkung des Kokosnussöls habe ich schon am eigenen Leib erfahren und kann es wärmstens empfehlen. Es beruhigt meine juckende Haut, hat eine schwere Verbrennung glimpflich ablaufen lassen, ist eine wunderbar duftende und schnell einziehende Gesichtscreme. Mit dieser Pflege habe ich in Sommer 2009 zum ersten Mal (!) in meinem Leben eine schöne natürliche Bräune gewonnen, ich, die neben Sonnenbrand nur Selbstbräuner kennt! In Südostasien, in denen jeder Haushalt nach oben geschilderter Methode sein Öl selbst herstellt, wird es für praktisch jede Erkrankung, von Nagelentzündung bis Hämorriden eingesetzt. Nicht zu vergessen die Pflege eines schwangeren Bauches und die Salbung eines Neugeborenen.
Ernährung
Die Kokosnuss hat zwar gesättigten Fettsäuren (aufgepasst: LCT = long chain Triglyceride), diese unterscheiden sich von den ernährungsphysiologisch verschrienen durch die andere Bauweise (MCT = medium chain Triglyceride). Der wichtigste Unterschied zwischen Kokos und anderen Fetten ist, wie Verdauung und Metabolismus darauf reagieren. Fast jedes Fett, und sei es noch so hochwertig, liegt in LCT-Form vor. Die Moleküle des Kokos (MCT) sind im Vergleich dazu klein. Beim Verzehr werden große Moleküle des LCT im Magen zerlegt und die Fettmoleküle durch Galle zu sogenannten Lipoproteinen zusammen gebaut. Der Darm entlässt sie in den Blutstrom, wo sie sich nicht nur ansetzen können, sie lagern sich in unsere Fettzellen. Die ungünstigen Folgen sind bekannt. Die MCT Ketten verhalten sich anders. Nach Aufnahme werden sie im Magen auch in einzelne Fettmoleküle herunter gebrochen, ehe sie vom Darm aufgenommen werden. Sie benötigen, da kleiner, aber keinen enzymatischen Umbau. Sie werden als einzelnes Molekül von den Venen aufgenommen und dann zur Leber transportiert. Sie wirken energetisch nun wie Benzin im Motor, sind effektiver als die Glukose, die reguläre Energiequelle in unserem Körper. MCF Fett zirkuliert also nicht im Blutstrom, wie andere Fette das tun, bis sie eingelagert werden, sondern wird es wird in Energie umgewandelt. Das Risiko der Fette, die zur Verhärtung der Venen beiträgt, ist also stark verringert. Es ist vom Körper und der Leber leichter zu verarbeiten. Besondern positiv ist das bei Problemen mit dem Fettabbau, etwa bei Gallenerkrankungen oder -Entfernung. Es zeigte sich in Untersuchungen, dass Kokosnussöl das Wachstum bei Kindern fördert, darum wird das unverfälschte Öl in klinischer Säuglingsnahrung eingesetzt. Es belastet weniger als alle anderen Fette den noch unentwickelten Verdauungsapparat der Babies und wird bestens vertragen und verarbeitet. Das wundert nicht, denn in der MCT Zusammensetzung kommt Kokosnussöl der Muttermilch am nächsten.
Metabolism
Mittelkettige Fettsäuren unterstützen angeblich die Aufnahme anderer Nahrungsbestandteile, wie Vitamine, Spurenelemente. Deswegen wird ihm auch im Rahmen spezieller Diäten Gutes nachgesagt. Ich möchte das alles wohl gerne glauben, was versprochen wird, plage ich mich doch schon lebenslang damit herum. Es gibt eine ganze Anzahl amerikanischer Untersuchungen und vergleichenden Testreihen die mir Hoffnung machen: Kokosöl ist weniger kalorienlastig als anderes Fett. Es lagert sich bei gleicher Kalorienzahl grundsätzlich weniger an der Hüfte an, weil es als Energiebringer fungiert, also verbrannt ist ehe es ansetzt. Es soll eine Zunahme an Ausdauer bringen, was Reihentests mit Sportlern belegten. Vor allen: Es soll den Metabolismus ankurbeln (also den Grundumsatz steigern, d.h. im Körper werden mehr Kalorien verbrannt!). Nicht nur das Öl selbst gibt nicht so viel aus, sondern es wirkt dem Ansatz von Körperfett entgegen. Angeblich belegen Studien, dass Mahlzeiten, die LCF mit MCF ersetzen, die nutzbare Kalorienzahl senken. Ein 7tägiger Test belegte, dass der Austausch der Fette die Verbrennung um 50 % ankurbelte; es sei vergleichend zu beweisen, dass der Einsatz von MCF zu realen Gewichtsverlust führe. Ach ja, wie gerne würde ich das alles glauben!
Entdeckung
Ich könnte hier noch mehr positive Auswirkungen anführen, aber die habe ich erst nachgelesen, als das erste Glas Virgin Coconut Oil verstoffwechselt war. Entdeckt hatte ich es unter feinschmeckerischen Gesichtspunkten. Ich war im Rahmen einer Ernährungsumstellung darauf gestoßen, bei der ich naturbelassene Alternativen zu Industriell hergestellter Nahrung, also unverfälschte Lebensmittel suchte. Zu den Auswirkungen des Öls auf den Gewichtsverlust mag ich keine verbindlichen Aussagen treffen. Die Nahrungsumstellung unter Verzicht auf leere Kohlehydrate und Zucker lässt den Zeiger der Waage ja auch rückwärts laufen. Sollte der Einsatz meiner köstlichen Entdeckung aber zum Abnehmen mitwirken, freut es mich. Allerdings stützt die Theorie meine Praxis - und mit jedem Löffelchen Kokos in meiner Pfanne wächst mein Gefühl, mir was Gesundes zu gönnen. (Ergänzend sei auf meine FFF - Serie: Für faule Feinschmecker verwiesen, ich werde ein paar Rezepte mit virgin coconut oil veröffentlichen. Bitte aber um Geduld) So, jetzt noch die notwendigen Angaben zum Produkt: Dr. Goerg 100 % Bio-Kokosöl, Premium Qualität aus frischem Fruchtfleisch in 1. Kaltpressung gewonnen. 100 g enthalten 99,9 % Fett mit 898 kcal Brennwert, davon 59 % Laurinsäure (die mittelkettigen Triglyceride). Herstellungsort sind die Philippinen. Es ist nicht raffiniert, desodoriert, gebleicht, gehärtet, es ist cholesterinfrei (!!!), für Diabetiker geeignet, natürliche Vitamine: B1, 2, 3, 6; C, E, Folsäure, Kalzium, Eisen, Magnesium Phosphor, Kalium, Sodium und Zink. Gelagert wird es bei Zimmertemperatur im verschlossenen 500 g Glas (zu knapp 15 Euro, Mengenrabatt möglich). Wenn es Sommer ist, geben Sie es bitte ins Kühle, sonst haben sie statt streichbarer Form wirklich Öl. Es lässt sich hoch erhitzen, eignet sich also als gesunder Butterersatz ebenso wie zum Backen oder Braten. Und wie gesagt, der Geschmack von Speisen wird wirklich verfeinert. Die Haltbarkeit liegt lt. Literatur höher, mein neues Glas ist mit Verfallsdatum 01/2011 gestempelt. Ich habe es mir im Internet bestellt (6 x 500 g, knappe 60 Euro, gleich zum Verschenken an wirklich gute Freunde). Es gibt verschiedene Gebinde, auch 3 oder 4 Gläser, ab 50 Euro portofrei. Bezahlung über Karte, Überweisung, Lastschrift) Ich habe Sonntagnacht per PayPal bezahlt und das perfekt geschützte Paket war am Dienstag da. Verwendete Quellen: Wikipedia (engl.), homepage Dr. Goerg, div. Reformkostpages.